Kategorien und Artikel Pfade

Von Frank Pfabigan, 27. August 2020

Wie sieht der ideale Aufbau von Pfaden für Kategorien und enthaltenen Artikeln, z.B. in einem Shop, aus?

Der semantische Zusammenhang von Informationen ist heute mehr denn je entscheidend darüber, ob und wie eine Information verarbeitet werden kann.

Aus diesem Grund planen viele eine Firmenwebsite mit Produkt-Kategorien und Produkten so, dass der resultierende Pfad beides hintereinander anzeigt:

  • domain.tld/category1/product3
  • domain.tld/category2/product22
  • domain.tld/category2/product4

Auch viele, längst nicht alle, Shop-Systeme bauen die Kategorie- und Produkt-URLs nach diesem Schema.

Zunächst scheint alles in Ordnung, der semantische Bezug ist gegeben, sowohl Suchmaschine als auch Mensch sieht schon anhand der URL, wo Product3 aus dem Beispiel hingehört.

Dies scheint zunächst ein toller Weg, um Kategorien und Produkte zu organisieren. Leider muss man den Faden ein wenig weiter spinnen, um die Probleme hieraus zu sehen.

Probleme von /cat/product

  • Die Länge von Kategorienamen + Produktnamen in der URL können zu furchtbar langen URL-Ungetümen führen
  • Das "Umhängen" von einem Produkt in eine andere Kategorie führt zu einer 404-URL für die vorherige URL, die weitergeleitet werden muss oder zumindest sollte.
  • Ein Produkt in mehreren Kategorien ist hiermit nicht möglich

Der bessere Weg: cat und product getrennt

Moderne Shopsysteme wie shopify machen es vor: Für den semantischen Bezug genügt der Zusammenhalt über das Menü oder die Breadcrumb. Die URLs für Produkte und Kategorien werden nach einem einfachen, kurzen Strickmuster erzeugt:

  • domain.tld/category/blumen
  • domain.tld/category/vasen
  • domain.tld/category/exklusive-designer-vasen
  • domain.tld/product/ein-langer-beschreibender-titel-fuer-produkt-1
  • domain.tld/product/ein-kurzer-artikel-2
  • domain.tld/product/noch-ein-produkt

Da aus dem Titel des Produktes in vielen Systemen automatisch die URL des Produktes gebildet wird, führt dieser Weg nicht so schnell an die max. darstellbare Anzeigengrenze in Suchmaschinen, so dass mehr Keywords aus der URL beim Ranken mithelfen.

Beispiele aus dem Wilden Web

Viele Online-Shops wie z.B. der von otto.de verkürzen die Produkt-URLs noch weiter durch ein vorangestelltes /p/produkt-name, um noch mehr Platz für die wichtigen Keywords aus dem Titel des Produktes in den sichtbaren Bereich schieben zu können. Das /p/ wird nur als Anker-/Ausgangspunkt für Produkt-URLs genutzt.

  • Kategorie-URL: https://www.otto.de/damen/mode/bademode/bikinis/
  • Produkt-URL: https://www.otto.de/p/lascana-buegel-bikini-top-monroe-637149323/#variationId=685795520

Alternate.de geht einen anderen Weg und stellt dem Produkt-Titel die Marke vor:

https://www.alternate.de/Canon/EOS-800D-KIT-(18-55-mm-IS-STM)-Digitalkamera/html/product/1482792?

Die Kategorie hierzu (Spiegelreflexkameras) präsentiert sich als URL so:

https://www.alternate.de/Kamera/Digitalkameras/Spiegelreflexkameras

In beiden Fällen stehen die wichtigsten Informationen am Anfang der URL damit möglichst viel davon im Suchergebnis angezeigt wird.

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